Interview mit der Gemmologin Natalie Fendt

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Ich habe als Kind mal einen kleinen Bergkristall geschenkt bekommen, da war es um mich geschehen. Seitdem haben mich Steine in ihren Bann gezogen. Ich habe dann auch in Österreich und Italien selber nach Mineralien gesucht und war mächtig stolz, wenn ich ein kleines Kriställchen gefunden hatte. Auch habe ich immer schon viel gezeichnet und gebastelt, so war mein Beruf irgendwie vorgegeben. Nach meinem Studium und gemmologischer Ausbildung und langjähriger Mitarbeit bei meiner Vorgängerin betreibe ich seit 2004 die Schmuck & Stein galerie.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?
Ich mag die Kombination aus der Beschäftigung mit schönen Dingen und die Begegnung mit verschiedenen Charakteren und Persönlichkeiten. Und es freut mich, wenn Kunden zufrieden sind und immer wieder kommen.

Was für eine Art Schmuck findet man bei Ihnen?
Der Stil der Schmuckstücke ist klassisch-modern, eher ein bisschen sportlich. Es werden nur echte (Edel-)Steine und Edelmetalle verwendet. Ein besonders persönliches Anliegen sind mir Farbedelsteine und hochwertige Steinketten in zeitgemäßen Formen.

Was macht ein Gemmologe?
Die Gemmologie ist die Wissenschaft von den Edelsteinen. In der Gemmologie geht es um die Einteilung der Edelsteine, die Echtheitsprüfung, die Unterscheidung von echten Edelsteinen zu Edelsteinsynthesen und unechten Steinen sowie um die Erkennung von Behandlungen, wie Bestrahlungen, Brennen, Färben und vieles mehr. Dieses Wissen bestimmt natürlich meine Sortimentgestaltung und ich nutzte es, um wissenschaftlich fundierte Gutachten zu erstellen.

Wo holen Sie sich Ihre Inspiration?
Ich denke, das kann man gar nicht genau sagen. Eindrücke sammle ich ja ständig, ich würde sagen aus Kunst und Natur.

Was ist Ihr Lieblingsstein?
Ohne den anderen Steinen Unrecht tun zu wollen, ich mag blaue Steine besonders gerne. Ganz besonders faszinierend finde ich den Labradorit mit seinem geheimnisvollen Schiller, aber auch den leuchtenden Paraiba Turmalin in "swimming pool blue": ein sagenhaft leuchtendes, brillantes und intensives Türkis.

Was ist Ihre Meinung zum Perlenschmuck?
Perlen sind für mich alterslos. Sie können sehr feminin und schmeichelnd sein und stehen, typgerecht ausgewählt, jeder Frau. Ich mag besonders die charakterstarken Tahitiperlen mit ihren wunderbaren grauen Farbnuancen, begleitet von einem pfauenaugenartigen Lüster in schönen Barockformen. Meiner Meinung nach gehören auch ein paar Perlohrringe zur Basisausstattung jeder Garderobe.

Was sollte man mit Schmuck nicht machen?
Jeder sollte Schmuck so tragen, dass er sich dabei wohlfühlt. Besonders interessant finde ich, Schmuck individuell zu kombinieren – ruhig auch mal mutig zu mischen, aber darauf zu achten, dass sich die Schmuckstücke nicht gegenseitig überstrahlen, sondern sich gegenseitig in ihrer Wirkung, und somit auch die Ausstrahlung der Trägerin, steigern.